Mundartabend

Mundartabend 2026

Alte Dönekes bewahren oder neue schreiben? Beim Mundartabend der Ratinger Jonges am 4. September 2026 gab es auf diese Frage eine einfache Antwort: Beides gehört zusammen. Im Spiegelsaal des Ratinger Brauhauses präsentierten Peter, Bernd, Edgar, Georg, Gunter und Mundartbaas Christian wieder Geschichten auf Ratinger Platt. Dabei fiel in diesem Jahr besonders auf, dass viele der vorgetragenen Dönekes von den Mitgliedern selbst geschrieben wurden. Und manches davon war nicht nur selbst geschrieben, sondern tatsächlich selbst erlebt. Da ging es bei „Dat Older“ um die kleinen und größeren Veränderungen, die das Älterwerden so mit sich bringt. „Eitelke-iten on Wohrheet“ erzählte von einem Wiedersehen mit einem Schulkameraden nach 35 Jahren. Auch „De Waldkapell“ sorgte mit einem Missverständnis für Heiterkeit. Hinzu kamen zwei neue Geschichten über „de Pitter von de Schwattbackstroot“ aus der Feder von Christian Schneider. Ein besonderer Moment war „Dä Autoputzfimmel“. Geschrieben hatte die Geschichte Wilfried Link, der von 2002 bis 2009 den Mundartkreis leitete und in diesem Jahr verstorben ist. Mit seinem Döneken wurde an diesem Abend noch einmal an ihn und seine langjährige Verbundenheit mit der Ratinger Mundart erinnert.

Auch die Ratinger We-iter waren zahlreich vertreten. Heitrud, Hildegard und Angelika trugen einige Gedichte von Lore Schmidt vor und stellten damit die inzwischen schon vertraute Zusammenarbeit der beiden Ratinger Heimatvereine unter Beweis. Unter den Gästen befanden sich zudem ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen drei bisher durchgeführten VHS-Kursen „Ratinger Mundart“.

Eine echte Premiere lieferte das neueste Mitglied des Mundartkreises: Helmut Kröger. Denn Helmut kann nicht nur Platt – er kann auch zaubern. Und so gab es etwas, was es beim Mundartabend der Jonges bislang noch nicht gegeben hatte: Zauberkunst auf Ratinger Platt. Helmut verblüffte das Publikum mit einigen Zauberkunststücken und bewies nebenbei, dass unsere Mundart auch für Dinge geeignet ist, bei denen man besser nicht verstehen sollte, was gerade passiert.

Für die Musik sorgten an diesem Abend die Jonges-Musikanten Edgar, Kalle und Reinhard. Gesungen wurden bekannte Heimatlieder, einige davon aus und über Ratingen, andere aus der näheren Heimat. Eine musikalische Premiere hatte sich Baas Edgar Dullni für diesen Abend aufgehoben. Anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums hatte er selbst ein Lied geschrieben und komponiert: „Ratingen ist unsere Heimatstadt“. Beim Mundartabend stellte er es erstmals vor. Es kam so gut an, dass es nochmals als Zugabe am Abschluss des Abends gespielt wurde. Historische Geschichten, Erinnerungen an das alte Ratingen, selbst Erlebtes, Erfundenes, Nachdenkliches und natürlich jede Menge zum Lachen. Wenn Ratinger Platt so lebendig bleibt, müssen wir uns um seine Zukunft nicht ganz so viele Sorgen machen.