Mundartabend 2025

Wenn der Mundartkreis der Ratinger Jonges zum Mundartabend einlädt, dann darf man sich auf Geschichten aus dem alten Ratingen freuen. Aber eben nicht nur darauf. Das zeigte sich auch am 29. August 2025, als der Spiegelsaal des Ratinger Brauhauses wieder rappelvoll war. Rund 20 Dönekes standen auf dem Programm. Darunter waren viele Geschichten, die Mitglieder des Mundartkreises im Laufe der Jahre selbst geschrieben hatten. Manche ihrer Autoren sind heute nicht mehr aktiv dabei – ihre Geschichten aber leben weiter und wurden von den heutigen Mitgliedern wieder auf die Bühne gebracht.
Ein schönes Beispiel dafür war „Et Schlager Sternsche“ von Helmut Pfeiffer. Die Geschichte führt zurück zu einem Königsfest, bei dem eine damals noch weitgehend unbekannte Sängerin namens Claudia Jung auftrat. Aus dem „Schlager Sternsche“ von damals sollte bekanntlich später ein echter Schlagerstar werden.
Natürlich durfte auch herzhaft gelacht werden. Bei „De näckije Lööper“ vom ehemaligen Mundartkreis-Mitglied Gerd Artz etwa. Oder bei Friedel Bonns „De Kleiklompe“, in denen es um nicht weniger als die Entstehung des Menschen geht – allerdings so, wie ein Grundschüler sie sich vorstellt. Mit „Einander“ kam ein besonderes Wortspiel auf die Bühne. Miteinander, untereinander, auseinander und noch einiges mehr wurde zu einem Gedicht verwoben – und das Ganze natürlich op Platt.
Seine Premiere als Vortragender beim Mundartabend feierte Bernd Sonnborn. Als neues Mitglied des Mundartkreises wagte er sich erstmals mit Dönekes auf die Bühne und kam damit beim Publikum auf Anhieb gut an. Durch den Abend führte Mundartbaas Christian Schneider, der die einzelnen Geschichten und ihre Vortragenden vorstellte und mit kleinen Einleitungen dafür sorgte, dass aus den vielen einzelnen Dönekes ein kurzweiliger gemeinsamer Abend wurde.
Eine Besonderheit gab es 2025 auch bei der Musik. An diesem Abend standen ausschließlich Ratinger Heimatlieder auf dem Programm. Einige davon waren vielen Besuchern noch bestens bekannt und wurden entsprechend kräftig mitgesungen. Bei anderen merkte man, dass sie über die Jahre ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Aber auch das gehört schließlich zur Pflege des Ratinger Kulturgutes: nicht nur das Bekannte immer wieder zu singen, sondern auch das fast Vergessene wieder hervorzuholen. Zum Abschluss wurde es dann traditionell. Gemeinsam stimmte der ganze Saal das Vereinslied der Ratinger Jonges an. Nach rund 20 Dönekes, viel Gelächter und einem Abend voller Ratinger Platt und Ratinger Heimatlieder dürfte wohl niemand daran gezweifelt haben: Ons Platt leewt!


