Mundartabend

Mundartabend 2023

Dass Ratinger Platt alles andere als von gestern ist, zeigte sich beim Mundartabend der Ratinger Jonges am 25. August 2023. Knapp 100 Freunde der heimischen Mundart kamen in den Spiegelsaal des Ratinger Brauhauses und sorgten für einen gut gefüllten Saal. Rund 20 Dönekes hatten die Mitglieder des Mundartkreises vorbereitet. Und die zeigten, wie vielseitig Mundart sein kann. Historische Geschichten gehörten ebenso zum Programm wie Erlebnisse aus der jüngeren Vergangenheit und ganz aktuelle Themen. So erinnerte „Keene Struem 1947“ an eine Zeit, die die meisten der Anwesenden zum Glück nur noch aus Erzählungen kennen. Deutlich näher lag dagegen die Corona-Zeit. Ein Mitglied des Mundartkreises hatte seine Erlebnisse in dem selbst geschriebenen Gedicht „Wat es en Pandemie“ verarbeitet – natürlich op Ratinger Platt. Dass sich auch ernste Themen in Mundart erzählen lassen, zeigte „E paar Jedanke öwwer de Ömweltschotz“. Und dann war da noch der kleine Fritz, der in der dritten Klasse einen Aufsatz über „Dr Minsch“ schreiben sollte. Dass ein Grundschüler dabei durchaus zu anderen Erkenntnissen kommen kann als ein Erwachsener, sorgte für entsprechende Heiterkeit im Saal.

Vorgetragen wurden die Geschichten und Gedichte von Edgar, Friedel, Gunter, Georg, Achim, Peter, Oliver, Klemens, Jürgen und Christian. Durch das Programm führte der Leiter des Mundartkreises Gunter Müller.

Eine Premiere gab es an diesem Abend ebenfalls: Erstmals beteiligten sich die Ratinger We-iter mit Vorträgen am Mundartabend der Jonges. Mit dabei war auch ihre Vorsitzende Hildegard Pollheim. Damit wurde aus der gemeinsamen Verbundenheit mit Ratingen und seiner Mundart auch auf der Bühne ein gemeinsamer Abend.

Zwischen den Dönekes sorgten die Jonges-Musikanten für die musikalische Begleitung und natürlich wurde auch gemeinsam gesungen. So wurde an diesem Abend einmal mehr deutlich, was den Mundartkreis ausmacht: Ratinger Platt zu bewahren bedeutet nicht, ausschließlich Geschichten aus vergangenen Zeiten zu erzählen. Mundart lebt dann, wenn mit ihr auch über das gesprochen und geschrieben wird, was die Menschen heute beschäftigt. Und dafür boten die rund 20 Dönekes dieses Abends wohl den besten Beweis.